© Marcel Gähler, Bleistift auf Papier, ohne Titel, 38 x 58 cm

 

Marcel Gähler und Andrea Robbi

15. Dezember 2015 - 10. April 2016

Chesa Fonio, neben er offenen Kirche, Sils Maria

Öffnungszeiten: Di - So, 16 - 18 Uhr

Eintritt: CHF 6.00 / Studenten: CHF 3.00


Marcel Gähler

Der 1969 in Zürich geborene Zeichner und Maler mit Engadiner Wurzeln bildete sich an der Zürcher Hochschule
für Gestaltung und Kunst zum Zeichenlehrer aus. Heute lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Winterthur.

Die im Andrea Robbi Museum ausgestellten Zeichnungen entstanden zwischen 2008 und 2015. Als Vorlage benutzte
der Künstler fast ausschliesslich selbstgemachte Fotos, Schnapsschüsse, die er zu Hause, im Urlaub mit der Familie
oder auf der Strasse mit einer kleinen Kamera gemacht hatte. Die meisten Werke sind Miniaturen von 6 x 9 cm Grösse,
die in dieser Zeit der Bildüberflutung und des Bedürfnisses nach Überdimensionalen leicht übersehen werden können.
Man muss einen Schritt auf sie zu tun und bei ihnen verweilen, dann erst fangen sie an, ihre besondere Wirkung zu
entfalten. Diese Wirkung entsteht u.a. durch den Gegensatz zwischen der Flüchtigkeit der fotografischen Moment-
aufnahme und der zeitaufwändigen, extrem minutiösen Zeichnung, die altmeisterlich anmutet.

Dadurch, dass Gähler die Ränder der gezeichneten Fotos nicht mit denen der Zeichnung übereinstimmen lässt, sondern
sie schräg zueinander stellt, verhindert er, dass wir das fotorealistisch gezeichnete Bild mit der dargestellten Realität
verwechseln.  Er will uns mit Nachdruck daran erinnern, dass wir eine bereits zwei Mal abgebildete, also auch zwei Mal
interpretierte Wirklichkeit vor den Augen haben.
Ein vergleichbares Ziel verfolgen auch seine Aquarelle, bei denen der Künstler Filmstills oder Internet-Bilder ab I-Pad
fotografiert und dann diese Aufnahmen als Vorlage verwendet. Die Unschärfe der Youtube-Filme aber auch die Lichtreflexe
auf dem
Tablet werden im Aquarell nicht wegretuschiert, denn gerade sie verunmöglichen jede illusionistische Täuschung
und warnen den Betrachter vor einer allzu schnellen Identifizierung des Bildes mit der Wirklichkeit.

Marcel Gählers Werke sind in namhaften Sammlungen vertreten, so u.a. in den Kunstmuseen Bern und Winterthur, im
Kunst (Zeug) Haus in Rapperswil, in den Sammlungen des Kantons und der Stadt Zürich, der Stadt Winterthur und der
Stadt Baden.

Ausgezeichnet wurde der Künstler u.a. 2011 mit dem Anerkennungsbeitrag der UBS Kulturstiftung, 2013 mit dem
Stipendium Atelier Cité International des Arts, Paris (Visarte Schweiz) und 2015 mit dem Kunstpreis Zollikon.