JUNGJIN LEE

Opening #17, 2016,
Opening #17, 2016,

Opening #04, 2016,
Opening #04, 2016,

Opening #26, 2016
Opening #26, 2016

Opening #17, 2016,
Opening #17, 2016,

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ÜBER

JUNGJIN LEE

JUNGJIN LEE


Mit ihrer Serie OPENING greift Jungjin Lee einige entscheidende Aspekte ihrer früheren Arbeit WIND auf. Nennen wir sie Energie der Reduktion und Kraft der visuellen Stille. Damals und heute war und ist der Titel eine Abstraktion. 

Der Wind selbst ist unsichtbar, aber im Bild als Kraft mit außergewöhnlichem Einfluss auf Natur und Raum, als Energie, als Atem vorhanden. OPENING ist eine ähnliche Abstraktion, da sich das Wort nicht auf das bezieht, was auf der Fotografie sichtbar ist, sondern auf den künstlerischen Prozess selbst. 

Um diese Bilder zu erstellen, kehrte Jungjin Lee 2015 und 2016 an einige ihrer Lieblingsorte in Arizona, New Mexico und Kanada zurück, wo sie das sehr persönliche Problem der Präsenz im Hier und Jetzt erneut aufgegriffen hat.

ÖFFNUNG bedeutet in diesem Zusammenhang eine Öffnung des Herzens, ein Gefühl für die tiefe und ruhige Interaktion zwischen dem Betrachter und der betrachteten Landschaft und die physische Präsenz von Erde, Stein, Baum und Himmel. Der Versuch, Ruhe zu finden, wurzelt in der buddhistischen Philosophie und kann einen Schritt in Richtung eines höheren oder intensiveren spirituellen Zustands anzeigen.

Die Künstlerin wählt für ihre Arbeiten ein sehr ungewöhnliches Format, das nicht dem Landschaftsformat entspricht, das traditionell verwendet wird, um einen Eindruck von Spielraum zu vermitteln. Für den größten Teil ihrer Arbeit verwendet sie ein schmales aufrechtes Format, das eine begrenzte und erst recht konzentrierte Sicht ermöglicht. Anstatt den Spielraum zu reproduzieren, schaffen ihn die Werke in unserer Vorstellung.

Jungjin Lee kommentiert ihren schmalen vertikalen Rahmen: Es gibt so viele Einschränkungen in unserem Leben. Wir sind beenzt durch unser Ego, durch unsere Geschichte, durch unsere Lebensweise. Ich habe mir Grenzen gesetzt und bin sehr zufrieden mit dem, was ich damit gemacht habe. Die Aussichten sind eng, ohne eng zu sein.


Jungjin Lee lebt und arbeitet in New York. Dort erhielt sie 1991 ihren Master in Fotografie. Sie war Teil des außergewöhnlichen Projekts This Place in Prag, Tel Aviv, Florida und New York, für das sie ihre Serie UNNAMED ROAD schuf, die als Einzelausstellung auf der Paris Photo 2017 ausgestellt wurde . 



ENGLISH


With her work series OPENING Jungjin Lee takes up some crucial aspects of her earlier work WIND. Name them energy of reduction and power of visual silence. Then and now the title was and is an abstraction.

Wind itself is invisible but present in the image as a force with extraordinary impact on nature and space, as an energy, as a breath. OPENING is a similar abstraction as the word does not refer to what is visible on the photograph but to the artistic process itself.

To create these images Jungjin Lee returned in 2015 and 2016 to some of her favourite places in Arizona, New Mexico and Canada where she revisited the very personal issue of being present in the here and now.

In this context OPENING connotes an opening of the heart, a sense of the deep and quiet interaction between the beholder and the contemplated landscape and the physical presence of earth, stone, tree and sky. The attempt to find peace of mind is rooted in Buddhist philosophy and can indicate a step towards a higher or more intense spiritual state.

The artist chooses a very unusual format for her works away from the landscape format that is traditionally used to give an impression of latitude. For the bigger part of her work she uses one narrow upright format, which permits a limited and a fortiori concentrated view. Instead of reproducing latitude the works create it in our imagination.

Jungjin Lee comments on her narrow vertical frame: There are so many limitations in our life. We are limited by our ego, by our history, by our way of life. I gave myself limitations and I am very happy with what I made with them. The views are narrow without being narrow.


Jungjin Lee lives and works in New York. There she got her Master in Photography in 1991. She was part of the extraordinary project This Place presented in Prague, Tel Aviv, Florida and New York, for which she created her series UNNAMED ROAD that was exhibited as a solo show at Paris Photo 2017.